Mohn (Papaver)

Spannende Geschichte einer alten Kulturpflanze

Die Geschichte des Mohns reicht wohl bis in die Steinzeit zurück. Mohngewächse gibt es fast überall in der Welt. Im alten  Ägypten wurde er als Heilmittel verwendet. Die Anwendung des Opiums bei Erkrankungen gibt es vermutlich seit dem 12 Jahrhundert. Außerdem konnten erstmal Operationen ohne Schmerzen durchgeführt werden.  Es folgten Opiumkriege.  Im antiken Griechenland belegen Quellen die Nutzung des Mohns für medizinische und für kultische Zwecke. Über Handelswege kam er nach China und w

Im Europa des Mittelalters wurde Mohn in Klöstern angebaut, denn aus dem Samen wurde das Öl gewonnen mit dem man das ewige Licht speiste.

In vielen Ländern hat Mohn als Lebensmittel eine lange Tradition.

Die Sorge, dass ein Stückchen Kuchen zu Rauschzuständen führt, ist jedoch unbegründet, denn die zugelassenen Sorten sind morphinfrei.

Köstliches Superfood

Weiß-, Grau- und Blaumohn sind Variationen  der Gattung Schlafmohn. Die Samen des stark ölhaltigen Schlafmohns werden als Nahrungsmittel und zur Gewinnung von Öl (die kleinen Samen enthalten ca. 40 bis 50 % Öl) genutzt.

Die kleinen Mohnsamen haben Power, sie gehören zu den kalziumreichsten Lebensmittel überhaupt (mehr als  in Sesam oder Chiasamen). Mohn ist reich an B – Vitaminen, Eisen Magnesium, Zink, Kupfer und Mangan.

Mohnöl ist mild und farblos, es enthält 60 bis 70 % Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) sowie 5% Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure), es ist reich an Lecithin und Vitamin E.

Heilkost

Mohn schützt Herz, Hirn und Muskeln, stärkt die Nerven, wirkt entkrampfend und beruhigend. Mohn ist ein gesundes Lebensmittel und beugt Osteoporose vor. Blutfette werden günstig beeinflusst und ein erhöhter Cholesterinwert lässt sich absenken. In der veganen Ernährung deckt Mohn den Calciumhaushalt.

Aus Großmutters Küche

Früher hatte die Hausfrau sogar ihren eigenen Mohn im Garten. Um an die wertvollen Inhaltstoffe heranzukommen muss Mohn gemahlen werden. Ideal ist eine Stahlmühle oder ein Zerhacker. Da Mohn schnell ranzig wird muss gemahlener Mohn direkt verwendet werden, Reste müssen in der Kühltruhe aufbewahrt werden.

Über Kartoffelklöße und Nudelgerichte wurde gern ein wenig Mohn mit Zucker gestreut. Jede Hausfrau hatte Ihr eigenes Rezept für den traditionellen Weihnachtskuchen.

Ein einfaches glutenfreies Mohnrezept:

150 g Butter, 150 g Rohrohrzucker, 5 getrennte Eier, 250 g gemahlener Mohn, Sauerkirschen

Nusssahne zum Garnieren

Die Butter mit dem Zucker schaumig rühren. Nacheinander Eigelb unterrühren. Eiweiß zu Schnee schlagen. Mohn mit Eischnee unterheben. Den Teig in Muffinförmchen geben, pro Törtchen 3 bis 4 Kirschen auf den Teig legen. Im vorgeheizten Backofen bei ca. 170 Grad 25 Minuten backen . Nach dem Backen auskühlen lassen und mit Nusssahne servieren.